Rotes Höhenvieh
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Das Rasseportrait

Rotes Höhenvieh

©Peter Schmidt und Susanne Schulte

Das Rote Höhenvieh ist eine Zusammenfassung der Rotviehschläge der deutschen Mittelgebirge. In dieser Region wurde schon seit langer Zeit ein kleines, genügsames, rotes Rind für die Dreinutzung Zug, Fleisch, Milch gezüchtet. Das Merkmal Arbeitstier war dabei ein wichtiges Kriterium, da sich die kleinstrukturierten bäuerliche Betrieb Zugpferde gar nicht leisten konnten. Diese Rotviehschläge hießen je nach Ursprungsgebiet Harzer-, Vogelsberger-, Waldecker-, Sauer- und Siegerländer-, Schlesier-, Odenwälder-, Bayrisches-, Sächsisches Rotvieh.

Um die Mitte des 19.Jahrh. begann man mit einer züchterischen Bearbeitung dieser Rassen. Zur Leistundgssteigerung wurden allerhand Rassen, von denen sich die Züchter etwas versprachen, eingekreuzt. Die Ergebnisse zeigten aber bald, dass diese Kreuzungen für die Im Mittelgebirge herrschenden Verhältnisse nicht zu gebrauchen waren. So züchtete man rein weiter, um die speziellen Leistungen des heimischen Rotviehs zu verbessern.

 

©Peter Schmidt und Susanne Schulte

1911 vereinigten sich die verschiedenen Züchtervereine zum Verband Mitteldeutscher Rotviehzüchter. Es sollte ein einheitliches Zuchtziel angestrebt werden. Dies war eine logische Konsequenz, daraus dass natürlich schon immer ein Zuchttieraustausch zwischen den Rotviehschlägen bestanden hatte.

Bis zum 2.Weltkrieg gedieh die Zucht der einzelnen Schläge sehr gut. Mit der ab den 1950er Jahren einsetzenden Motorisierung der Landwirtschaft wurde aber plötzlich ein Merkmal dieser Rassen unwichtig: das Arbeits- und Zugtier hatte ausgedient. Der dann einsetzenden Produktionsdruck in der Landwirtschaft versetzte dem Höhenvieh einen weiteren Tiefschlag. Um die Rasse "produktiver" zu machen, wurden Niederungs-Rotvieh, zuerst Angler, später auch Dänisches Rind massiv eingekreuzt. Es fand eine Verdrängungszucht statt, die die roten Mittelgebirgsschläge verschwinden ließen.

 

©Peter Schmidt und Susanne Schulte

Anfang der 1980er Jahre erinnerten sich einige Züchter des Vogelsberger-Schlages und eine Suche nach Restbeständen begann. 1985 schloss man sich mit "Suchenden" der anderen Schläge zum Verein zur Erhaltung und Förderung des Roten Höhenviehs e.V. zusammen. Weitere Tiere mit altem Blutanteil konnten gefunden werden. Ein glücklicher Umstand war das Wiederauftauchen von Sperma eines alten reinrassigen Rotviehbullen. Mit diesem Potenzial wurde ein Wiederaufbau des Roten Höhenviehs gestartet.

Heute werden diese Tiere häufig als Mutterkühe eingesetzt, wo sie sich auch hervorragend bewähren.

Weiterführende Literatur
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Gefährdete Nutztierrassen
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Seltene Haus- und Nutztierrassen
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Genetische Vielfalt von Rinderrassen
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