Murbodner
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Das Rasseportrait

Murbodner


©Verein der Murbodner

Herkunft
Das Murbodner Rind (MB) ist auf das keltische-illyrische Mischvie und das graue Slovenenrind zuückzuführen. Die Zuchtgrundlage für das Murbodner bildete im 18. Jahrhundert das damals geschätzte Mürztaler Rind, welches immer weiter in das Murtal vordrang und sich mit den alten Bergschecken und Blondviehlandschlägen vermischte. Dieser neue Typus war frohwüchsig, gut bemuskelt und somit für Mast- und Zugleistung bestens geeignet. Die Michleistung fand bei vorwiegender Ochsenzucht weniger Berücksichtigung. Die gefragten Nutzungseigenschaften dieses typischen Bergrindes wurden bald über das Stammgebiet hinaus bekannt und das Murbodner verdrängte im 19. Jahrhundert selbst das Mürztaler Rind und fand weite Verbreitung im Ostalpenraum und Alpenvorland. Ab 1869 wurde das Murbodner als eigene steirische Landrasse anerkannt. Dies führte auch zu einer weiteren Konsolidierung der Rasse. Mit der Anerkennung als Landrasse wurden auch die Rassen- und insbesondere Farbmerkmale eng begrenzt und bis heute in Geltung gelassen. Ab 1896 wurden Viehzuchtorganisationen in der Steiermark, 1934 eigene Verbände in Niederösterreich und 1938 in Oberösterreich gegründet.

Merkmale
Das Murbodner gehört in die Gruppe der einfachen hellen Höhenviehrassen. die Grundfarbe ist semmelgelb bis fuchsrot, wobei nicht selten eine Talerzeichnung vorkommt. Das Flotzmaul ist schwarz mit heller Schnippe auch Herzl genannt. Die Umgebung des Flotzmaules und der Augen ist ebenso wie die unteren Beinpartien etwas aufgehellt. Die Hornspitze und Schwazquaste ist dunkel bis schwarzgrau. Die Klauen sind ebenfalls dunkel pigmentiert, sehr hart und widerstandfähig. Stiere sind meist insgesamt etwas dunkler und im Bereich der Halspartie schwarz angeraucht.

Zuchtentwicklung
Das Zuchtziel wurde kaum verändert und orientierte sich an der Zugleistung, Weidetauglichkeit, Fleischzuwachs für die Ochsenproduktion und ausreichender Milchsicherheit für Saugkälber. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Murbodner vom Fleckvieh rasch verdrängt und Restbestände zur Verbesserung der Milchleistung in hohem Maße mit Gelbvieh eingekreuzt. 1970 wurde der letzte Murbodner Zuchtverband auf gelöst und in der Folge annähernd reinrassige Tiere nur mehr von wenigen idealistischen Züchtern gehalten. Seit 1982 hat die ÖNGENE gemeinsam mit der Gelbviehgenossenschaft Steiermark, die bereits 1979 planmäßig mit der Erhaltung des Murbodner begann, Generhaltungsmaßnahmen, basierend auf dem Heterozygotieprogramm gestartet. 1999 ging aus der Gelbviehgenossenschaft der Murbodner Zuchtverband Steiermark hervor und seit 2003 gehört das Murbodner dem Verband Rinderzucht Steiermark an und wird vom Verein der Murbodnerzüchter betreut.


©Verein der Murbodner

Allgemeines
Wenn auch gegenwärtig züchterischen Maßnahmen speziell auf die Erhaltung der genetischen Vielfalt und auf die Konsolidierung der Farbe und des Exterieurs ausgerichtet sind, so strebt das künftige Zuchtziel gut mittelrahmige, fleischbetonte Tiere an. Die besondere Eignung zur Mutterkuhhaltung soll gefördert werden und daher ist man interessiert, die Milchleistung etwas anzuheben, um veranlagte Frohwüchsigkeit der Kälber nicht zu behindern. Ein Teil der Zuchtkühe steht daher unter freiwilliger Milchleistungskontrolle. Auch die Fleischleistungskontrolle mit zum Teil sehr guten Ausschlachtungsprozentsätzen und besonders erwähnenswerter Fleischqualität wird weiter ausgebaut. Eigenschaften, die das Murbodner schon bisher ausgezeichnet haben, wie Langlebigkeit, gute Fruchtbarkeit, vorbildliches Weideverhalten und gute Futterverwertung sowie Leichtkalbigkeit, fließen auch künftig in das Zuchtziel ein. Alle Zuchtstiere und potentiellen Stiermütter weisen eine Abstammungssicherung über 2 Generationen auf. Anpaarungsprogramm und Anpaarungsempfehlungen werden über OPTIMATE vorgenommen und alle Züchter erhalten mehrere Anpaaarungsvorschläge aus denen sie frei wählen können. Die konsequente Befolgung der Anpaarungsvorschläge hat bereits eine sichtbare Verbesserung der populationsgenetischen Kenndaten hochgefährdeter Rassen wie Inzuchtminimierung und effektive Populationsgröße bei der Erfolgskontrolle durch die OPTIMATE-Datenbank erbracht. Zur ex-situ-Konservierung von Samen werden besonders Vatertiere seltener Abstammungskombinationen unter besonderer Berücksichtigung des korrekten Exterieurs und des Zuchtzieles herangezogen. Die nachhaltige Nutzung des Murbodner liegt in der vorzüglichen Eignung zur Mutterkuhhaltung. Robuste Natur, gute Wesensart und korrektes, starkes Fundament erlauben die problemlose extensive Haltung auf allen Weiden und Almflächen. Die besondere Fleischqualität verbunden mit feiner Faserung, Zartheit und ansprechender Marmorierung ist als besonderes Ausgangsprodukt in der gehobener Rindfleischküche geschätzt. Murbodner Stiere werden zum Teil auch bei anderen Rassen zur Verbesserung der Fleischqualität bei Maststieren eingesetzt. Reinrassige Murbodner Einsteller erfreuen sich großer Nachfrage, weil sie sich für die Weidemast optimal eignen. Auch für spezielle Markenfleischprogramme (z.B. Almo) sind reine Murbodner Jungochsen oder Kreuzungstiere sehr begehrt.

Rassebeschreibung: Verein der Murbodner
E-Mail: office@murbodner.at      Webseite: www.murbodner.at

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Weiterführende Literatur
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Gefährdete Nutztierrassen
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Seltene Haus- und Nutztierrassen
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Genetische Vielfalt von Rinderrassen
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