Hinterwälder
Rind
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Das Rasseportrait

Hinterwälder Rind

                                       Hinterwälder Rind
                                                  ©Axel Krampe

Das Hinterwälder Rind ist das kleinste mitteleuropäischem Rind, das für seine herausragende Qualität in Gourmetkreisen hoch geschätzt wird.

Das ursprünglich im Schwarzwald beheimatete Wäldervieh, auch Hirschvieh genannt, wurde von den Waldbauern zwischen Tittisee und Feldberg Anfang des 18. Jahrhunderts gezüchtet und auf den kargen Magerböden der Höhenlagen gehalten. Das Hinterwälder Rind zeichnet sich durch seine Kleinheit, seinen feinen Knochenbau sowie der damit verbundenen Leichtigkeit und Beweglichkeit aus. Mit einer Schulterhöhe von etwa 120 cm gilt es als kleinstes Rind Mitteleuropas. Aufgrund der hohen Widerstandskraft, Anpassungsfähigkeit, Trittsicherheit und Steigfähigkeit eignet sich das Hinterwälder Rind in der Milch- und Mutterkuhhaltung sehr gut in extensiven steilen Hanglagen, aber auch für feuchte wenig tragfähige Standorte, wie sie für die Hochlagen des Südschwarzwaldes typisch sind. Die Farbe der Tiere reicht von gelb bis rot, das Fell kann einfarbig gedeckt, gefleckt oder gesprenkelt sein, der Kopf ist im Regelfall weiß. Das Gewicht reicht bei Kühen von 380 - 480 kg. Die Jahresmilchmenge beträgt ca. 3500 Kg bei 4,1 % Fett und 3,4 % Eiweiß.

Hinterwälder Rind
©Beate Milerski

Die Kleinwüchsigkeit der Hinterwälder, die daraus resultierende geringe Fleischmenge im Ver-gleich zu anderen Fleischrinderrassen, sowie die vergleichbar geringe Milchmenge gegenüber Hochleistungskühen, hat diese Population  an den Existenzrand gedrängt. In den 1970er Jahren fast ausgestorben hat es eine kleine aber engagierte Gruppe von Züchtern und Haltern geschafft, diese Rasse zu erhalten. Heute gibt es eine Gesamtpopulation von ca. 4000 Tieren.


© Astrid Rathjen

Die edle und harmonische Erscheinung des Hinterwälder-Rindes führt zu dem Synonym „Araber der Rinderrassen“.

Das Fleisch der Hinterwälder ist besonders zart, saftig und schmackhaft. Dies bestätigen wissenschaftliche Untersuchungen der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach. Hauptgrund ist die im Vergleich zu anderen Rassen deutlich kleinere Fläche der Muskelfaser.

Vor allem bei den Kurzbratstücken spielt dieser Unterschied eine entscheidende Rolle, was es sowohl am heimischen Herd, wie auch in der gehobenen Gastronomie besonders begehrt macht. Daneben eignet sich Hinterwälderfleisch aufgrund der übrigen Vorzüge für alle anderen Arten der Zubereitung, wie beispielsweise zum Grillen, als Siedfleisch und für Schmorbraten oder roh mariniert für Carpaccio und Tatar.

 


© Astrid Rathjen

Rassebeschreibung: ©Ute & Günter Lange

Weiterführende Literatur
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Gefährdete Nutztierrassen
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Seltene Haus- und Nutztierrassen
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Genetische Vielfalt von Rinderrassen
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