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Das Rasseportrait

Ramelsloher


© Uta Böttcher

Ausgangsrassen der Ramelsloher Hühner waren die Landhühner Norddeutschlands, die auch zu den Ursprungsrassen der nordwesteuropäischen Sprenkelrassen zählen. Eine Verwandschaft zwischen diesen und den Ramelslohern ist auch durch das äussere Erscheinungsbild gegeben, bis auf die Tatsache, dass die Ramelsloher ein reinweißes Gefieder haben.
Als "Ramelsloher Huhn" traten diese Hühner zum ersten Mal im Jahre 1874 auf. Der Züchter Wichmann hatte es sich zum Ziel gesetzt, aus den vorhandenen regionalen weißen Hühnerschlägen und blauen Beinen eine "Rasse" herauszuzüchten. Namensgebend war dabei der Ort Ramelsloh (Niedersachsen). Ein Kloster vor Ort und das "Ramelsloher Huhn" unter dem Bischofshutim Wappen des Ortes Ramelsloh lassen vermuten, das die Zucht diese Huhnes zu dieser Zeit schon im Kloster (Klosterwaren ja bekanntlich früher oft Keimzellen erfolgreicher tierischer und pflanzlicher Zuchtbemühungen) weit fortgeschritten war.
Zum rahmweißen Typ wurde zu späterer Zeit noch ein gelber Farbschlag erzüchtet, der aber nie das Niveau und auch nicht die Verbreitung des weißen Farbschlag erlangte. Die gelben Ramelsloher starben dann auch in den 1970er Jahren aus, wurden, dann aber ca. ein Jahrzehnt unter starker Zuhilfenahme gelber Italiener und Thüringer Barthühner wiedererzüchtet. Das "ursprüngliche" Ramelsloher Huhn ist genau genommen also nur der weisse Farbschlag.
Als besondere historische Gegebenheit ist die Stubenkükenproduktion zu nennen. Die Ramelsloher Küken wurden bis zu einem Gewicht von 800g (schnell-)gemästet und als Delikatesse in Hamburger Restaurant auf die Speisekarte gebracht. Diese Mastmethode wurde - wie der Name schon sagt - meist in häuslichen Stuben, in der warmen Küche praktiziert und war in erster Linie ein Geschäft von Tagelöhner und anderen finanzschwachen Leuten - wer sonst würde sich diesem "Zusammmenleben" (Stichhwort "Geruchsemission") aussetzen...?)

Das Ramelsloher Huhn gehört zu den Zwiehuhnrassen, dh. dass sie zwischen den Legerassen und den Mastrassen angesiedelt sind. Das Gewicht des Hahnes soll zwischen 2,5kg und 3kg liegen, das der Henne zwischen 2-2,5kg.

                     

An dieser Stelle möchten wir einmal besonders auf die ausserordentliche Gefährdung dieser Rasse hinweisen. Obwohl die Ramelsloher in früheren Zeiten von den Landwirtschaftskammern als besonders leistungsfähigen Rasse den Bauern empfohlen wurde, findet die Rasse heute auch bei "Erhaltungszüchtern" kaum noch Anhänger. Die Anzahl der Züchter ist auf einige wenige gesunken. Dies kann nur an der "Schlichtheit" der rahmweißen Rasse liegen, die der Farbenpracht anderer Rassen nichts(?) entgegensetzen kann. Das besondere Ausehen der Ramelsloher offenbart sich erst auf den zweiten Blick: Der Landhuhntyp, das rahmweiße Federkleid kombiniert mit einem dunklen Auge und blauen Läufen sind eine Schönheit, die eben durch ihre Schlichtheit besticht!

Weiterführende Literatur
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Hühnerenzyklopädie
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Kunstbrut - Handbuch für Züchter
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Kramers Taschenbuch der Rassegeflügelzucht
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